Der Ortsplanungsausschuss hat Anfang Jahr eine detaillierte Analyse von Konolfingen in Auftrag gegeben. Dieser rund 50-seitige Bericht von Wüst & Partner ist unterdessen fertiggestellt, er behandelt bspw. Themen wie die Beschäftigungssituation in Konolfingen, die Pendlerbilanz oder der Anteil der verschiedenen Wohnnutzungen. Zusammen mit den verschiedenen weiteren Analysen seit Beginn der Ortsplanung und der Umfrage vom 2016 haben wir nun die Grundlagen beisammen, um weiterzuarbeiten.

Der Gemeinderat hat sich das Legislaturziel gesetzt, die Ortsplanung mit den Elementen räumliche Entwicklung, Verkehr und Energie per Ende Legislatur abzuschliessen. Das sind die klassischen Themen, die im Rahmen einer Ortsplanung behandelt werden.

Der nächste grosse Schritt in der Ortsplanung ist das Erarbeiten der räumlichen Entwicklung. Hier geht es um das Zusammenspiel von Siedlung und Landschaft und dabei im Speziellen um die bauliche Entwicklung unseres Dorfes. Der Ortsplanungsausschuss erarbeitet demnächst Vorschläge dazu, beispielsweise zu den Themen: wo soll Verdichtung angestrebt werden? Wie soll sich das Zentrum entwickeln? Welche Entwicklung streben wir für die Weiler Gysenstein und Herolfingen an? Diese Vorschläge werden anschliessend vom Gemeinderat diskutiert und als Stossrichtungen für die weitere Planung definiert. Der Gemeinderat wird dabei auch über die Form der weiteren Ortsplanung entscheiden.

Die Gemeinde Konolfingen hat zwei verschiedene Formen der Ortsplanung zur Auswahl. Bei der klassischen Ortsplanungsrevision wird die gewünschte Entwicklung geplant und so in der baurechtlichen Grundordnung festgehalten. Zonenplan und Baureglement haben dann eine Planbeständigkeit von 10 bis 15 Jahren, können also nicht mehr angepasst werden, ausser in speziellen Fällen. Bei der Ortsplanung mit Richtplänen wird genau gleich die gewünschte Entwicklung geplant, aber noch nicht in der baurechtlichen Grundordnung festgehalten.

Der Ortsplanungsausschuss tendiert zur Richtplanvariante. Was sind die Gründe dafür?

  • Verschiedene Analysen haben ergeben, dass in Konolfingen kein Einzonungsbedarf besteht. Wir haben ausreichend Entwicklungspotenzial im bestehenden Siedlungsgebiet.
  • Um aber Ziele wie Verdichtung und Zentrumsentwicklung erreichen zu können, sind wir auf Entwicklungsprojekte von Grundeigentümern angewiesen. Die Gemeinde kann keine Entwicklung befehlen, sondern nur Entwicklung ermöglichen.
  • Die Chance des Richtplans ist, dass die Gemeinde klar sagt, wo sie welche Entwicklung möchte. Die konkreten Bauvorschriften werden dann aber erst bei einem konkreten Projekt erlassen, das mit dieser gewünschten Entwicklungsausrichtung übereinstimmt. Das ist der grosse Unterschied zur klassischen Ortsplanungsrevision: dort werden die Bauvorschriften unabänderlich für die nächsten 10 Jahre erlassen – das kann die Entwicklung behindern, wenn für an sich gute Projekte nämlich Anpassungen nötig wären.
  • Auch für die Bevölkerung hat dieses Vorgehen Vorteile: denn bei jedem konkreten Projekt, wo Bauvorschriften angepasst werden, wird es mit dieser Vorgehensweise eine Mitwirkung und je nach Dimension eine Abstimmung darüber geben. Die Bevölkerung kann also bei jedem Entwicklungsschritt konkret mitbestimmen, ob sie diesen wünscht oder nicht.

Wenn der Gemeinderat dies auch so sieht, wird die Erarbeitung eines Richtplans zur räumlichen Entwicklung angegangen. Dabei werden verschiedene Stossrichtungen auch im Austausch mit der Bevölkerung diskutiert werden.

Aktualisiert am: 30.05.2018