Antwort auf den offenen Brief der SVP zum Neubau Schullandschaft Stalden (Kaleidoskop)
Am 27. März 2025 hat die SVP einen offenen Brief mit verschiedenen Fragen zum Neubau Schullandschaft Stalden verfasst. Der Gemeinderat hat an der Gemeindeversammlung vom 3. Juni 2025 Antworten zum Neubau "Kaleidoskop" geliefert.
Finanzielle Situation
Ist der Bezug des Schulhauses nach den Sommerferien sichergestellt?
Ja, der Schulbeginn im August 2025 ist sichergestellt.
Wurde der veranschlagte Kostenrahmen eingehalten?
Der bewilligte Kredit von Fr. 35.94 Mio. mit dem bewilligten Teuerungsausgleich und der Mehrwertsteuererhöhung beträgt aktuell Fr. 37.6 Mio. Nach heutigem Abrechnungsstand wird das Projekt innerhalb einer Bandbreite von +/- 5 % abgerechnet.
Falls es zu Mehrkosten kam: Welche Gründe führten dazu, und wie sollen diese gedeckt werden?
Diese Aussage kann erst nach dem Vorliegen sämtlicher Schlussrechnungen gemacht werden.
Baugrund und Rüttelstopfverfahren
Hat sich das Verfahren, welches in unserer Region kaum erprobt ist, letztlich in der Praxis bewährt?
Dieses Verfahren ist in unserer Region erprobt und wurde zum Beispiel in der Überbauung Chiesematte und bei der Fabrikerweiterung der Firma Nestlé eingesetzt.
Das Rüttelstopfverfahren hat sich im Rahmen dieses Projekts als geeignet erwiesen, um die Tragfähigkeit des anspruchsvollen Baugrunds gezielt zu verbessern. Die Umsetzung erfolgte gemäss den anerkannten Regeln der Technik und wurde durch die ausführende Firma Keller-MTS AG fachlich begleitet. Diese war neben der Ausführungsplanung auch mit der Qualitätssicherung während der Bauphase beauftragt.
Ein wesentlicher Vorteil gegenüber einer konventionellen Pfahlgründung – abgesehen von den Kosten – liegt in den signifikant geringeren Eingriffen in den Grundwasserhaushalt. Da beim Rüttelstopfverfahren keine dichten oder bindemittelhaltigen Materialien eingebracht werden, bleibt die natürliche Versickerungs- und Wasserführung weitgehend erhalten. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat das Verfahren im gegebenen Kontext ausdrücklich als positiv bewertet.
Gab es unerwartete Herausforderungen hinsichtlich Stabilität (z. B. Absenkungen, Setzungen), Bauzeit oder Kosten?
Im Verlauf der Bauausführung kam es aufgrund von lokal stark variierenden Bodenschichten zu kleineren Anpassungen bei den Säulenlängen und Lagen. Die prognostizierten Kosten und Termine konnten aber insgesamt eingehalten werden.
Welche langfristigen Auswirkungen auf die Bausubstanz sind aufgrund dieser Baugrundverbesserung zu erwarten?
Der Fachexperte bestätigte die Stabilität des Baugrunds und dass langfristig keine nachteiligen Auswirkungen auf die Bausubstanz zu erwarten sind. Die gewählte Fundationsvariante – das Rüttelstopfverfahren – weist systembedingt im Vergleich zu einer klassischen Pfahlgründung etwas grössere Setzungen auf. Der überwiegende Teil dieser Setzungen tritt jedoch bereits während der Bauphase auf und klingt ab, sobald die massgebenden Lasten (Auflasten/Hinterfüllung/Auffüllungen) auf die Struktur aufgebracht wurden.
Welche Erkenntnisse konnte die Gemeinde für zukünftige Bauvorhaben gewinnen?
Das Projekt hat gezeigt, dass eine detaillierte geotechnische Erkundung vor Baubeginn unerlässlich ist. Das Rüttelstopfverfahren stellt eine technisch sinnvolle Alternative zu klassischen Pfahlgründungen dar, erfordert jedoch eine sorgfältige Planung, Bodenuntersuchung und Qualitätssicherung. Für zukünftige Projekte kann dieses Verfahren unter ähnlichen Rahmenbedingungen als erprobte Massnahme in Betracht gezogen werden.